1955 von einer der großen nationalen Gewerkschaften in einem Kontext schwacher, fragmentierter und stark politisierter Gewerkschaften eingeführt, wurde Shunto im Laufe der Zeit zum wesentlichen Beispiel für Integration und Synchronisierung in Lohnverhandlungen, indem er Pragmatismus, Flexibilität und Effizienz kombinierte. Die jährlichen Verhandlungen über Lohnerhöhungen auf nationaler Ebene werden durch eine getrennte interne Koordinierung sowohl der Gewerkschaften als auch der Arbeitgeberorganisationen präzise rahmengegeben (Togaki, 1986; Shirai, 1987). Der Koordinierungsmechanismus findet sowohl innerhalb als auch sektorübergreifend statt. Typischerweise beginnen die Verhandlungen mit großen Unternehmen im Winter, wenn Rengo, der nationale japanische Gewerkschaftsbund, die innergemeinschaftlichen Leitlinien mit dem Ziel einer Lohnerhöhung festlegt, das von den einzelnen Branchenverbänden weiter präzisiert werden soll. Unter Berücksichtigung dieser Mindestlohnerhöhung verhandeln die Gewerkschaften auf Unternehmensebene über Löhne, Boni und Arbeitsbedingungen. Parallel dazu werden die Arbeitgeberorganisationen und die großen Unternehmen zur Koordinierung der Verhandlungspolitik der Arbeitgeber unternehmen, um eine große Übereinstimmung mit den Forderungen der Gewerkschaften zu gewährleisten. Daher wirft dieses Kapitel ein neues Licht auf die Tarifverhandlungen, indem es eine aktualisierte und umfassende Überprüfung der Hauptmerkmale von Tarifverhandlungen bietet, die über die üblichen Indikatoren hinausgehen, und gleichzeitig die jüngsten Trends dokumentiert. Die Analyse stützt sich auf die detaillierten Informationen, die über die OECD-Politikfragebögen gesammelt wurden, die an Arbeitsministerien, Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen gerichtet waren (weitere Informationen finden Sie in Kasten 4.1), und auf eine Vielzahl von Erhebungs- und Verwaltungsdaten. Die genauere Beschreibung der kollektiven Verhandlungen soll zufriedenstellendere Analysen darüber ermöglichen, wie sich Tarifverhandlungen auf die Arbeitsmarktleistung auswirkt, und damit auch zur Entwicklung der neuen OECD-Beschäftigungsstrategie (siehe Kapitel 1) und des “Global Deal” beitragen, einem von der schwedischen Regierung, der OECD und der IAO initiierten Vorhaben mit dem Ziel, den sozialen Dialog als ein wesentliches Instrument zur Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen und zur Förderung eines integrativen Wachstums zu nutzen. Erstens wird das Verlängerungsverfahren angewandt, wenn ein Tarifvertrag von einem freiwilligen Verein (anstelle der Untereinheiten der obligatorischen Wirtschaftskammer) im Namen der Arbeitgeberseite geschlossen wird.